Ringelröteln sind eine häufige Virusinfektion, die vor allem Kinder betrifft und in den meisten Fällen harmlos verläuft. Typisch sind auffällig gerötete Wangen und später ein rötlicher, teilweise ringförmiger Hautausschlag an Armen, Beinen und Oberkörper. Allerdings entwickelt längst nicht jeder Infizierte diese charakteristischen Hautveränderungen.
Ausgelöst werden Ringelröteln durch das Parvovirus B19. Mit den klassischen Röteln haben sie trotz des ähnlichen Namens nichts zu tun. Besonders wichtig ist dieser Unterschied für Schwangere: Gegen Röteln gibt es eine Impfung, gegen Ringelröteln dagegen bislang nicht.
Für gesunde Kinder stellt die Erkrankung normalerweise kein großes Problem dar. Besondere Aufmerksamkeit ist jedoch bei Schwangeren, Menschen mit bestimmten Blutkrankheiten sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem erforderlich. Bei ihnen kann eine Infektion mit Parvovirus B19 schwerwiegendere Folgen haben.
Dieser Ratgeber erklärt, woran man Ringelröteln erkennt, wie lange sie ansteckend sind, was bei einer Erkrankung zu beachten ist und warum eine mögliche Ansteckung während der Schwangerschaft ärztlich abgeklärt werden sollte.
Ringelröteln im Überblick
| Merkmal | Information |
| Krankheit | Ringelröteln, medizinisch Erythema infectiosum |
| Erreger | Parvovirus B19 |
| Betroffene | Vor allem Kinder, aber auch Erwachsene |
| Übertragung | Vor allem über Tröpfchen und engen Kontakt |
| Inkubationszeit | Erste Beschwerden häufig nach etwa 4 bis 14 Tagen |
| Typisches Symptom | Stark gerötete Wangen und später ringförmiger Hautausschlag |
| Weitere Symptome | Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen |
| Besonders gefährdet | Schwangere, Menschen mit bestimmten Blutkrankheiten oder Immunschwäche |
| Behandlung | Meist nur Behandlung der Beschwerden |
| Impfung | Keine Impfung verfügbar |
| Immunität | Nach durchgemachter Infektion in der Regel lebenslang |
| Kita und Schule | Beim typischen Ausschlag normalerweise nicht mehr ansteckend |
Was sind Ringelröteln?
Ringelröteln sind eine durch das menschliche Parvovirus B19 verursachte Infektionskrankheit. Medizinisch wird sie als Erythema infectiosum bezeichnet.
Das Virus befällt insbesondere Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen und kann deren Bildung vorübergehend beeinträchtigen. Bei gesunden Menschen gleicht der Körper diese vorübergehende Veränderung normalerweise problemlos aus.
Besonders häufig treten Infektionen im Kindesalter auf. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Häufigkeit bei Kindern unter zehn Jahren besonders hoch. Grundsätzlich können sich jedoch Menschen in jedem Alter infizieren. Nach einer durchgemachten Infektion besteht normalerweise eine dauerhafte Immunität.
Viele Menschen merken außerdem gar nicht, dass sie sich angesteckt haben. Andere entwickeln lediglich Beschwerden, die zunächst wie ein leichter Infekt aussehen.
Ringelröteln oder Röteln: Was ist der Unterschied?
Ringelröteln und Röteln werden wegen ihrer Namen häufig verwechselt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um zwei unterschiedliche Infektionskrankheiten.
Ringelröteln entstehen durch Parvovirus B19. Röteln werden dagegen vom Rötelnvirus verursacht.
Auch beim Impfschutz gibt es einen entscheidenden Unterschied: Gegen Röteln schützt die MMR- beziehungsweise MMRV-Impfung. Eine zugelassene Impfung gegen Parvovirus B19 beziehungsweise Ringelröteln steht dagegen nicht zur Verfügung.
Eine Röteln-Impfung schützt deshalb nicht vor Ringelröteln.
Ringelröteln: Welche Symptome sind typisch?
Die Ringelröteln-Symptome können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Ein erheblicher Teil der Infektionen verursacht überhaupt keine erkennbaren Beschwerden.
Wenn Symptome auftreten, verläuft die Erkrankung häufig in mehreren Phasen.
Erste Symptome von Ringelröteln
Zu Beginn können unspezifische Beschwerden auftreten, beispielsweise:
- leichtes Fieber
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- allgemeines Krankheitsgefühl
- Muskel- oder Gliederschmerzen
Diese Phase lässt sich kaum von einem gewöhnlichen Virusinfekt unterscheiden.
Erst einige Tage später kann sich der für Ringelröteln typische Ausschlag entwickeln.
Ringelröteln im Gesicht
Besonders auffällig ist häufig eine kräftige Rötung beider Wangen. Die Haut kann aussehen, als hätte das Kind rote Backen nach einem längeren Aufenthalt in der Kälte.
Der Bereich um den Mund bleibt häufig heller.
Im Englischen wird dieses Erscheinungsbild deshalb als „slapped cheek syndrome“ bezeichnet.
Wie sieht der Ringelröteln-Ausschlag aus?
Nach der Rötung im Gesicht kann sich der Ausschlag auf weitere Körperbereiche ausbreiten.
Typische Stellen sind:
- Arme
- Beine
- Schultern
- Brust
- Rücken
Dabei entstehen zunächst rote Flecken oder Knötchen. Im weiteren Verlauf können sie in der Mitte verblassen, wodurch das charakteristische girlanden-, netz- oder ringförmige Muster entsteht.
Genau dieses Erscheinungsbild hat der Krankheit ihren deutschen Namen gegeben.
Der Ausschlag kann außerdem jucken. Laut gesund.bund.de kann er insgesamt mehrere Wochen sichtbar bleiben und gewöhnlich innerhalb von etwa einer bis sechs Wochen vollständig verschwinden.
Ringelröteln bei Kindern
Ringelröteln bei Kindern verlaufen meistens mild.
Häufig beginnt die Erkrankung mit leichtem Fieber oder allgemeinen Erkältungsbeschwerden. Anschließend erscheinen die charakteristischen roten Wangen und möglicherweise der ringförmige Ausschlag an Armen, Beinen oder Oberkörper.
Manche Kinder sind währenddessen erstaunlich fit.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Kind mit roten Wangen automatisch Ringelröteln hat. Hautausschläge können zahlreiche Ursachen haben, darunter andere Virusinfektionen, Scharlach, allergische Reaktionen oder Hauterkrankungen.
Bei ungewöhnlichem Ausschlag, hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl oder Unsicherheit sollte deshalb eine kinderärztliche Abklärung erfolgen.
Ringelröteln bei Erwachsenen
Auch Erwachsene können sich mit Parvovirus B19 infizieren, sofern sie die Infektion noch nicht durchgemacht haben.
Während bei Kindern der Ausschlag besonders auffällig sein kann, stehen bei Erwachsenen häufiger Gelenkbeschwerden im Vordergrund.
Betroffen sind unter anderem:
- Finger
- Hände und Handgelenke
- Knie
- Sprunggelenke
- Füße
Die Beschwerden können sich ähnlich wie eine Gelenkentzündung anfühlen.
Meist verschwinden sie wieder. In einzelnen Fällen können Gelenkschmerzen jedoch länger anhalten. Das RKI nennt insbesondere kleine Fingergelenke, Knie- und Sprunggelenke als häufig betroffene Bereiche.
Wie werden Ringelröteln übertragen?
Parvovirus B19 wird hauptsächlich von Mensch zu Mensch übertragen.
Das geschieht insbesondere über kleine Sekrettröpfchen beziehungsweise Atemwegssekrete, die beim:
- Husten
- Niesen
- Sprechen
freigesetzt werden.
Auch enger körperlicher Kontakt sowie mit Viren verunreinigte Hände oder Gegenstände können zur Übertragung beitragen. Darüber hinaus kann das Virus über Blut und während einer Schwangerschaft über die Plazenta auf das ungeborene Kind gelangen.
Weil Ringelröteln besonders häufig bei Kindern auftreten, kommt es vor allem in Kindergärten, Schulen und Familien zu Infektionsketten.
Wie lange ist die Inkubationszeit bei Ringelröteln?
Die Inkubationszeit von Ringelröteln bezeichnet den Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Beschwerden.
Erste unspezifische Symptome treten häufig etwa 4 bis 14 Tage nach der Ansteckung auf.
Der charakteristische Ausschlag erscheint meist später. Das RKI beschreibt das Auftreten klassischer Symptome wie Ausschlag oder Gelenkbeschwerden ungefähr 13 bis 18 Tage nach der Infektion, teilweise erst nach bis zu 21 Tagen.
Gerade diese zeitliche Verzögerung ist für die Ansteckung besonders relevant.
Wie lange sind Ringelröteln ansteckend?
Bei Ringelröteln besteht die größte Ansteckungsgefahr normalerweise bevor der typische Hautausschlag erscheint.
Das Virus wird bereits während der frühen Phase ausgeschieden, in der Betroffene möglicherweise lediglich etwas Fieber, Kopf- oder Muskelschmerzen haben oder überhaupt keine Beschwerden bemerken.
Mit Auftreten des charakteristischen Ausschlags nimmt die Ansteckungsgefahr stark ab. Nach Angaben von gesund.bund.de sind Kinder im Stadium des typischen Ausschlags normalerweise nicht mehr ansteckend.
Das erklärt ein scheinbares Paradox: Wenn die Krankheit äußerlich am deutlichsten erkennbar ist, liegt die besonders ansteckende Phase häufig bereits hinter dem Kind.
Dürfen Kinder mit Ringelröteln in Kita oder Schule?
Wenn der typische Ringelröteln-Ausschlag bereits vorhanden ist und das Kind sich ansonsten gut fühlt, ist es in der Regel nicht mehr infektiös.
Nach gesund.bund.de können Kinder in diesem Stadium grundsätzlich wieder Kindergarten oder Schule besuchen.
Trotzdem sollten Eltern die Einrichtung über eine vermutete oder bestätigte Infektion informieren. Das ist besonders wichtig, weil dort möglicherweise schwangere Mitarbeiterinnen oder Eltern Kontakt mit dem erkrankten Kind hatten.
Außerdem sollte ein krankes Kind unabhängig von der Ansteckungsfähigkeit zu Hause bleiben, wenn es beispielsweise Fieber hat oder sich deutlich unwohl fühlt.
Ringelröteln in der Schwangerschaft
Besondere Bedeutung haben Ringelröteln in der Schwangerschaft.
Die Infektion verläuft für die Schwangere selbst häufig mild oder sogar ohne erkennbare Symptome. Parvovirus B19 kann jedoch über die Plazenta zum ungeborenen Kind gelangen.
Das Virus greift Zellen an, aus denen rote Blutkörperchen entstehen. Beim ungeborenen Kind kann deshalb in seltenen Fällen eine ausgeprägte Blutarmut (fetale Anämie) entstehen.
Mögliche Komplikationen sind unter anderem:
- schwere fetale Anämie
- Flüssigkeitseinlagerungen beim ungeborenen Kind, sogenannter Hydrops fetalis
- Verlust der Schwangerschaft beziehungsweise intrauteriner Fruchttod
Das RKI gibt die Übertragungsrate von einer infizierten Schwangeren auf das ungeborene Kind mit ungefähr 30 bis 50 Prozent an. Entscheidend ist jedoch: Die große Mehrheit dieser fetalen Infektionen führt nicht zu schweren Folgen. Bei mütterlichen Infektionen innerhalb der ersten 20 Schwangerschaftswochen treten laut RKI bei weniger als zehn Prozent fetale Komplikationen auf; später ist das Risiko nochmals deutlich geringer.
Außerdem ergaben die vom RKI ausgewerteten Untersuchungen keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch eine Parvovirus-B19-Infektion. Das Hauptrisiko besteht vielmehr in der möglichen Beeinträchtigung der Blutbildung des ungeborenen Kindes.
Schwanger und Kontakt zu Ringelröteln: Was tun?
Schwangere sollten einen bekannten engen Kontakt zu einer Person mit Ringelröteln zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen.
Das gilt beispielsweise, wenn:
- das eigene Kind Ringelröteln hat
- in der Kita oder Schule ein Ausbruch bekannt wird
- beruflich enger Kontakt zu erkrankten Kindern bestand
- typische Beschwerden auftreten
Über eine Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob bereits Antikörper gegen Parvovirus B19 vorhanden sind beziehungsweise ob Hinweise auf eine aktuelle Infektion bestehen.
Viele Erwachsene sind bereits immun. Nach Angaben des RKI weisen etwa 60 bis 70 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter entsprechende Antikörper auf.
Bei bestätigter frischer Infektion werden während der Schwangerschaft regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und gegebenenfalls spezielle Dopplerkontrollen durchgeführt. Damit soll eine mögliche Blutarmut des Kindes möglichst früh erkannt werden.
Entsteht tatsächlich eine schwere fetale Anämie, kann in spezialisierten Zentren unter bestimmten Voraussetzungen eine Bluttransfusion des ungeborenen Kindes durchgeführt werden.
Sind Ringelröteln für Babys gefährlich?
Nach der Geburt verläuft eine Ringelröteln-Infektion bei ansonsten gesunden Babys und Kindern meistens unkompliziert.
Eine besondere Situation besteht dagegen bei einer Infektion während der Schwangerschaft, weil das Virus die Blutbildung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen kann.
Eltern eines sehr jungen Babys sollten einen unklaren Hautausschlag, Fieber oder eine deutliche Veränderung des Allgemeinzustands grundsätzlich ärztlich beurteilen lassen.
Wie werden Ringelröteln diagnostiziert?
Bei Kindern genügt Ärztinnen und Ärzten häufig das charakteristische Erscheinungsbild.
Die Kombination aus:
- geröteten Wangen,
- anschließendem netz- oder ringförmigem Hautausschlag und
- vorausgegangenen leichten Infektbeschwerden
kann bereits einen deutlichen Hinweis geben.
Ein Labortest ist bei unkomplizierten Erkrankungen deshalb nicht immer erforderlich.
Anders sieht es bei Schwangeren, Risikopatienten oder unklaren Krankheitsverläufen aus. Dann können Blutuntersuchungen auf Antikörper sowie molekularbiologische Verfahren zum direkten Virusnachweis eingesetzt werden.
Wie werden Ringelröteln behandelt?
Eine spezielle antivirale Standardtherapie gegen Ringelröteln gibt es nicht.
Bei ansonsten gesunden Menschen heilt die Infektion normalerweise von selbst aus. Die Behandlung richtet sich deshalb vor allem nach den Beschwerden.
Hilfreich können sein:
- körperliche Schonung
- ausreichendes Trinken
- Ruhe
- gegebenenfalls Medikamente gegen Fieber oder Schmerzen nach ärztlicher beziehungsweise altersgerechter Empfehlung
Gesund.bund.de nennt bei Bedarf beispielsweise Paracetamol oder Ibuprofen zur Linderung von Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Bei Kindern müssen Dosierung, Alter, Gewicht und mögliche Gegenanzeigen berücksichtigt werden.
Antibiotika helfen gegen Ringelröteln nicht, weil die Erkrankung durch ein Virus und nicht durch Bakterien verursacht wird.
Welche Komplikationen können bei Ringelröteln auftreten?
Bei gesunden Kindern verlaufen Ringelröteln fast immer unkompliziert.
Vorsicht ist jedoch bei Menschen geboten, deren Bildung roter Blutkörperchen bereits beeinträchtigt ist.
Dazu können beispielsweise Menschen mit bestimmten Formen einer:
- chronischen Anämie
- Sichelzellkrankheit
- Thalassämie
- anderen Erkrankung der roten Blutkörperchen
gehören.
Da Parvovirus B19 die Neubildung roter Blutkörperchen vorübergehend hemmen kann, kann bei diesen Patienten eine sogenannte aplastische Krise entstehen. In schweren Fällen kann eine Bluttransfusion erforderlich sein.
Auch Menschen mit ausgeprägter Immunschwäche haben ein erhöhtes Risiko für eine länger anhaltende Infektion mit Blutarmut.
Gibt es eine Impfung gegen Ringelröteln?
Nein. Aktuell steht keine zugelassene Impfung gegen Ringelröteln beziehungsweise Parvovirus B19 zur Verfügung.
Auch die Röteln-Impfung bietet keinen Schutz, da Ringelröteln und Röteln durch völlig unterschiedliche Viren verursacht werden.
Nach einer natürlichen Parvovirus-B19-Infektion entsteht jedoch normalerweise eine lebenslange Immunität.
Wie kann man Ringelröteln vorbeugen?
Eine vollständige Verhinderung von Infektionen ist schwierig. Das liegt vor allem daran, dass Betroffene bereits ansteckend sein können, bevor sie wissen, dass sie Ringelröteln haben.
Trotzdem lässt sich das Risiko mit allgemeinen Hygienemaßnahmen reduzieren.
Dazu gehören:
- Hände regelmäßig gründlich mit Wasser und Seife waschen
- ungewaschene Hände möglichst nicht an Mund, Nase oder Augen bringen
- engen Kontakt mit akut Erkrankten vermeiden
- Getränke, Besteck und persönliche Gegenstände nicht gemeinsam benutzen
- beim Husten oder Niesen Abstand halten
Besonders wichtig sind solche Maßnahmen für Schwangere ohne bekannten Immunschutz und andere Risikogruppen.
Ringelröteln: Wann sollte man zum Arzt?
Nicht jeder leichte Ringelröteln-Verlauf benötigt eine spezielle Behandlung. Ärztlicher Rat ist jedoch sinnvoll, wenn die Diagnose unklar ist oder stärkere Beschwerden auftreten.
Besonders wichtig ist eine medizinische Abklärung bei:
- Schwangerschaft und möglichem Kontakt mit Ringelröteln
- bestehender Immunschwäche
- bekannten Erkrankungen der roten Blutkörperchen
- ungewöhnlich starker Blässe oder ausgeprägter Schwäche
- anhaltendem oder hohem Fieber
- schweren oder ungewöhnlich lange bestehenden Gelenkbeschwerden
- einem schwer erkrankten Kind
- unklarem oder ungewöhnlichem Hautausschlag
Bei Schwangerschaft oder relevanten Vorerkrankungen sollte nicht erst auf den typischen Ausschlag gewartet werden, weil die ansteckende Phase häufig bereits davor liegt.
Wie lange dauern Ringelröteln?
Die eigentliche Infektion verläuft bei den meisten gesunden Menschen relativ mild.
Unspezifische Beschwerden verschwinden häufig nach wenigen Tagen. Der Hautausschlag kann dagegen länger sichtbar bleiben.
Gesund.bund.de gibt für das vollständige Abklingen des Ausschlags einen Zeitraum von ungefähr einer bis sechs Wochen an.
Ein länger sichtbarer Ausschlag bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Person weiterhin ansteckend ist.
Sind Ringelröteln gefährlich?
Für gesunde Kinder lautet die Antwort meistens: nein.
Ringelröteln gehören überwiegend zu den mild verlaufenden Kinderkrankheiten, und viele Infektionen bleiben sogar vollständig unbemerkt.
Anders sieht die Situation bei bestimmten Risikogruppen aus. Besonders wichtig ist eine Infektion bei:
- Schwangeren
- ungeborenen Kindern
- Menschen mit bestimmten Blutkrankheiten
- stark immungeschwächten Patienten
Hier können ernsthafte Komplikationen auftreten, weshalb ein möglicher Kontakt oder eine bestätigte Infektion ärztlich beurteilt werden sollte.
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FAQ zu Ringelröteln
Die ersten Ringelröteln-Symptome sind häufig unspezifisch. Möglich sind leichtes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein. Der charakteristische Hautausschlag entwickelt sich meist erst später.
Typisch sind zunächst stark gerötete Wangen. Anschließend kann sich an Armen, Beinen und Rumpf ein rötlicher Ausschlag entwickeln, der durch das Verblassen einzelner Bereiche netz-, girlanden- oder ringförmig aussieht.
Die größte Ansteckungsgefahr besteht bereits vor dem Hautausschlag. Sobald der typische Ringelröteln-Ausschlag erscheint, sind Betroffene normalerweise kaum noch beziehungsweise nicht mehr ansteckend.
Erste Beschwerden können ungefähr vier bis 14 Tage nach der Infektion auftreten. Der typische Ausschlag beziehungsweise andere klassische Symptome entwickeln sich häufig etwa 13 bis 18 Tage nach der Ansteckung und können teilweise erst nach bis zu 21 Tagen erscheinen.
Der Hautausschlag kann unterschiedlich lange bestehen. Meist heilt er innerhalb von ungefähr einer bis sechs Wochen vollständig ab.
Wenn der typische Hautausschlag bereits vorhanden ist und das Kind sich wohlfühlt, besteht normalerweise keine relevante Ansteckungsgefahr mehr. Deshalb können Kinder laut gesund.bund.de in diesem Stadium grundsätzlich wieder Kita oder Schule besuchen.
Eine Infektion kann auf das ungeborene Kind übertragen werden und dort insbesondere eine schwere Blutarmut verursachen. Die meisten Infektionen haben jedoch keine schweren Folgen für das Kind. Schwangere mit möglichem Kontakt sollten trotzdem zeitnah ihre Frauenarztpraxis kontaktieren.
Normalerweise nicht. Nach einer durchgemachten Parvovirus-B19-Infektion entwickelt der Körper in der Regel einen lebenslangen Immunschutz.
Nein. Gegen Ringelröteln steht derzeit keine zugelassene Impfung zur Verfügung. Die Röteln-Impfung schützt ebenfalls nicht vor Ringelröteln, da beide Krankheiten durch unterschiedliche Viren verursacht werden.
Eine spezielle Behandlung ist bei gesunden Menschen normalerweise nicht erforderlich. Ruhe, genügend Flüssigkeit und bei Bedarf eine geeignete Behandlung von Fieber oder Schmerzen reichen meist aus. Bei Schwangerschaft, Immunschwäche oder bestimmten Blutkrankheiten ist dagegen eine ärztliche Betreuung besonders wichtig.
Fazit: Ringelröteln sind meist harmlos, in der Schwangerschaft aber wichtig
Ringelröteln werden durch Parvovirus B19 verursacht und treten besonders häufig bei Kindern auf. Typisch sind zunächst leichte Infektbeschwerden und anschließend leuchtend rote Wangen sowie ein ringförmiger Ausschlag an Armen, Beinen und Oberkörper.
Eine Besonderheit besteht darin, dass Erkrankte vor dem Auftreten des Ausschlags am ansteckendsten sind. Sobald der charakteristische Ausschlag sichtbar ist, ist die Infektionsgefahr normalerweise bereits stark zurückgegangen.
Für gesunde Kinder und Erwachsene heilt die Erkrankung in der Regel ohne spezielle Therapie aus. Besonders ernst genommen werden sollte ein möglicher Kontakt jedoch während der Schwangerschaft sowie bei bestimmten Blutkrankheiten oder einer ausgeprägten Immunschwäche.
Da es keine Impfung gegen Parvovirus B19 gibt und zahlreiche Infektionen ohne eindeutige Symptome verlaufen, sind Aufmerksamkeit und einfache Hygienemaßnahmen besonders wichtig.

